Mittwoch, 1. August 2007

Von der Leyen beendet Doktorspiele

Schon seltsam: Nachdem die "Junge Freiheit" mehrfach über eine nahezu unverhohlen zu sexuellen Handlungen an und mit Kindern ermunternde Broschüre "Körper, Liebe, Doktorspiele" der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" berichtet hatte, mauerte man im Ministerium zunächst. Gleichzeitig verschwand die Broschüre, die rund 650.000 mal - besonders an Kindergärten und Beratungsstellen - verteilt wurde, sang- und klanglos vom Server der BZgA und war urplötzlich "vergriffen".
Nun nutzte "Familienminsterin" Ursula von der Leyen das Sommerloch, um das seit sechs Jahren von ihr verantwortete Machwerk zu stoppen. Die Ministerin habe bestimmte Aussagen des Heftes als "grenzwertig" bezeichnet, sagte ihre Sprecherin Nachrichtenagentur AFP. "Einige Formulierungen sind missverständlich und zweideutig." Von der Leyen reagierte damit offenbar auf einen Bericht des "Express", Köln.
In der Regierungs-Broschüre, konzipiert für die Arbeit mit 1- bis 6jährigen Kindern, heißt es unter anderem:


„Es kann auch vorkommen, dass ein Kind, das seine Genitalien noch nicht als Lustquelle entdeckt hat, von einem anderen Kind lernt, sich selbst zu berühren und zu befriedigen.“
Oder:
„Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen.“
„Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch zärtliche Berührung (weder durch Vater noch Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.“
„Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt... Wenn Mädchen Gegenstände zur Hilfe nehmen, dann soll man das nicht als Vorwand nutzen, die Masturbation zu verhindern.“

kath.net berichtet, Professor Thomas Schirrmacher, Leiter des Instituts für Familienwissenschaften (Bonn), halte die Broschüre für „realitätsfremd und gefährlich“. Und er ist überzeugt: „Den Kitzler seiner kleinen Tochter streicheln, ihm Kosenamen geben: Wenn ein Vater das tatsächlich täte, würde es vor jedem Gericht den Tatbestand des Missbrauchs Minderjähriger erfüllen.“ Auch der Chef des Instituts für Kinderpsychologie (Hannover), Wolfgang Bergmann, sei empört über Inhalt der Broschüren: „Kinder, die die Genitalien ihrer Eltern erkunden sollen – das geht nicht“, sagte er dem „Express“. „Wo Scham verfällt, greift Dummheit um sich, sagt Sigmund Freud.“ Auch Irene Johns vom Vorstand des Kinderschutzbunds kritisiert die Broschüre: „Das ist mehr als missverständlich. Pädophile könnten solche amtlichen Anleitungen als Rechtfertigung benutzen.“

Inzwischen erstattete eine Mutter bei der Staatsanwaltschaft Köln Anzeige gegen die Bundeszentrale wegen Aufrufs zum Kindesmissbrauch.

Bemerkenswert: Die traditionell rot-grün orientierte Nachrichtenagentur "dpa" schrieb dazu keine einzige Zeile, trotz nachrichtenarmer Zeit blieb dieser rot-grüne-schwarze Regierungskandal ohne jedes Echo in den Medien (sieht man vom Kölner "Express" einmal ab).

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